Ein großes Gelübde wohnt in einem Gedanken
Das Avatamsaka-Sutra enthält eine tiefe Lehre: Mit einem einzigen Gedanken zeigt man, dass man überall zum Wohle aller fühlenden Wesen das vollkommene Erwachen erreicht. Das bedeutet, dass die Gelübdekraft und der Dharma-Körper eines Bodhisattvas alle Welten des Raumes durchdringen.
Normalerweise betrachten wir einen Gedanken leichtfertig. Wir hören oft die Lehre, dass wir leiden können, wenn ein Gedanke schiefgeht, deshalb sollten wir den Geist gut beobachten und pflegen. Doch der einzige Gedanke eines Bodhisattvas ist weitaus größer und tiefer.
Der einzige Gedanke eines Bodhisattvas ist nicht der Wunsch, dass es nur mir gut gehen möge, sondern das große Gelübde, alle fühlenden Wesen zum Erwachen zu führen. In diesem kurzen Augenblick wohnen Mitgefühl, Weisheit und ein Gelübde gegenüber dem gesamten Dharma-Bereich zusammen.
Die Pflege des Geistes endet also nicht damit, nur schlechte Gedanken zu blockieren. Dabei geht es darum, zu prüfen, wohin ein Gedanke geht und ob dieser Gedanke einem selbst und anderen gemeinsam nützt.
Vernachlässigen Sie heute nicht einmal einen flüchtigen Gedanken. Wenn Sie einen zerstreuten Geist zu einem großen Gelübde zusammenbringen, kann selbst ein kleiner Gedanke zum Samen der Praxis werden, der das Leben erhellt und den Menschen um Sie herum zugute kommt.
Ein Gedanke ist nicht gering. In einem gewöhnlichen Geist kommen und gehen abschweifende Gedanken, doch im einen Gedanken eines Bodhisattvas wohnen ein großes Gelübde und Mitgefühl, alle fühlenden Wesen zum Erwachen zu führen. Kümmern Sie sich heute gut um eine Bewegung des Geistes und richten Sie sie darauf aus, sich selbst und anderen gemeinsam zu helfen.