Schauen Sie auf Ihren eigenen Geist, bevor Sie auf die Fehler eines anderen achten
Wir bemerken leicht die Fehler und Unzulänglichkeiten anderer Menschen. Wenn wir beurteilen, warum sie so sprechen oder warum sie solche Gewohnheiten haben, erscheinen ihre schlechten Seiten bald größer als ihre guten.
Ein Geist, der ständig nach den Fehlern einer anderen Person sucht, bleibt nicht bei einfacher Beobachtung stehen. Abneigung, Klatsch, Vergleich und Urteil folgen, und diese Gewohnheit wächst wieder als dunkler Samen in unserem eigenen Geist. Augen, die andere schlecht sehen, machen schließlich auch unseren eigenen Geist grob.
Praxis ist nicht die Arbeit, herauszufinden, was an anderen falsch ist. Sie ist die Arbeit, den eigenen Geist zu erhellen. Wie Seongcheol Keun Sunim lehrte, müssen wir vor den Fehlern anderer unsere eigenen sehen. Zuerst müssen wir Urteil, Ärger und das Gefühl der Überlegenheit in uns selbst bemerken.
Natürlich bedeutet das nicht, dass wir uns weigern sollen zu unterscheiden, was falsch ist. Es bedeutet, dass wir, bevor Unterscheidung zu Abneigung verhärtet, prüfen sollten, welche Gewohnheit unser eigener Geist wachsen lässt. Dann wird Unterscheidung zu Weisheit, und der Geist wird ein wenig sanfter.
Wenn du heute den Fehler eines Menschen siehst, trage ihn nicht sofort in Worte. Schau zuerst, was sich in deinem eigenen Geist bewegt. Wenn der Blick, der nach Fehlern gesucht hat, nach innen gerichtet wird, öffnet sich der Weg der Praxis.
Wenn wir nur die Fehler anderer sehen, wachsen Gewohnheiten von Abneigung und Urteil. Praxis bedeutet nicht, andere niederzudrücken, sondern den eigenen Geist zu prüfen. Wenn der Blick, der nach Fehlern gesucht hat, nach innen geht, wird der Geist hell.