Der Weg des demütigen Fragens und fleißigen Übens
Die heutige Lehre beginnt mit kaltem Wetter und der Frage der Kleidung, doch darin liegt die Bedeutung, dass Praxis nicht darin besteht, unsere Umgebung oder unseren Körper zu ignorieren. Wenn wir nur an der Form festhalten, verlieren wir leicht die Wirklichkeit aus dem Blick. Ein Praktizierender sollte die gegenwärtigen Bedingungen richtig sehen, Körper und Geist schützen und den Dharma weiterführen können.
Als heutige gute Lehre vermittelte der Mönch die Anweisung, Vertrauen in den Dharma zu pflanzen und den Stolz zu senken, ohne hochmütig zu werden. Stolz ist ein Hindernis, das sehr fein in den Weg der Praxis einsickert. Wenn ich meine, ich wisse schon, wenn ich nicht frage, was gefragt werden sollte, und meinen Geist vor jemandem verschließe, von dem ich lernen sollte, kann der Dharma nicht tiefer eintreten.
Darum sollen wir weise und tugendhafte Menschen achten und ihnen folgen, und gegenüber allen fühlenden Wesen Mitgefühl und geduldige Nachsicht haben. Jemanden, der weiter ist als ich, nach dem Dharma zu fragen, den ich noch nicht gehört habe, ist keine Schande; es ist die richtige Haltung eines Praktizierenden. In dem Augenblick, in dem wir demütig fragen, öffnet sich die Tür des Lernens.
Der Dharma, den wir gehört haben, soll im Leben umgesetzt werden, damit er nicht leer bleibt. Viele gute Worte zu hören reicht für sich allein nicht aus. Wenn wir durch die Kraft der Lehre die eitlen Gedanken und falschen Ansichten verringern, die wir getragen haben, und auch nur eine Sache im Leben tatsächlich umsetzen, wird die Dharma-Rede zu unserer eigenen.
Senken Sie heute den Stolz, fragen Sie, was gefragt werden sollte, üben Sie, was Sie gehört haben, und richten Sie einen Geist auf, der ohne Unterlass kultiviert. Auch wenn der Weg zum vollständigen Erwachen weit entfernt scheint, beginnt er mit der kleinen Anstrengung, in jedem Moment wach zu bleiben.
Vertrauen zu pflanzen und sich ohne Stolz zu senken ist der Anfang der Praxis. Wir sollen die Tugendhaften fragen, Mitgefühl und geduldige Nachsicht gegenüber allen Wesen hervorbringen und den Dharma praktizieren, den wir gehört haben. Wenn wir unaufhörlich fleißig kultivieren, wird die Dharma-Rede zum Leben.