Der erste Schritt der Praxis beginnt mit einem Atemzug
Die heutige Lehre zeigt, wie die erste Seite dieser Arbeit, klar, wo die Praxis beginnt. Gute Erklärungen zu hören ist notwendig, doch Erklärungen allein vertiefen den Geist nicht. Praxis beginnt letztlich dann, wenn wir von dem Ort aus, an dem wir jetzt sitzen, unmittelbar sehen und erfahren.
Der Sunim lehrt uns, Meditation nicht zu einem schwierigen oder besonderen Zustand zu machen, sondern zuerst den Atem, der ein- und ausströmt, so zu beobachten, wie er ist. Beim Einatmen zu wissen, dass man einatmet, und beim Ausatmen zu wissen, dass man ausatmet, ist die einfache Gewahrheit, die den Geist an diesen gegenwärtigen Ort zurückbringt.
Den Atem zu betrachten bedeutet nicht, sich gewaltsam zur Ruhe bringen zu wollen. Es bedeutet, den Atem, der bereits kommt und geht, wahrzunehmen, ohne ihn aus dem Blick zu verlieren. Dann treten verwickelte Gedanken allmählich zurück, und der Geist setzt sich, wie jemand, der zum ersten Mal einen Weg öffnet.
Darum ist der erste Schritt der Praxis nicht weit entfernt. Er beginnt nicht erst, nachdem man viele Worte verstanden hat. In dem Moment, in dem Sie diesen einen Atemzug jetzt unmittelbar bemerken, hat die heutige Praxis bereits begonnen.
Bleiben Sie heute nicht bei Erklärungen stehen; setzen Sie sich für einen Moment. Beobachten Sie unmittelbar das Einatmen und das Ausatmen, und eröffnen Sie die Praxis des Tages mit Anfängergeist.
Praxis beginnt nicht erst, nachdem man viele Erklärungen verstanden hat. Wenn Sie von dem Ort aus, an dem Sie jetzt sitzen, einen Atemzug unmittelbar bemerken, kehrt der Geist in die Gegenwart zurück, und der erste Weg der Praxis öffnet sich.