Verliere nicht dein Leben, während du dem Verlangen nachjagst.
Selbst hundert Jahre lang ist es für einen Menschen schwierig, ein erfülltes Leben zu führen, aber der Geist lebt, als würde er tausend Jahre voller Sorgen tragen. Dinge, die heute erledigt werden müssen, Dinge, die noch nicht gelöst wurden, und Dinge, von denen ich nicht weiß, was in Zukunft passieren wird, beschäftigen mich ständig. Selbst wenn eine Sorge endet, entsteht eine neue, und wenn ein Wunsch erfüllt ist, suchen wir nach einem anderen.
Wie im Gleichnis vom Dharma-Sutra ähnelt der Geist, der dem Verlangen nachjagt, einem Menschen, der Blumen pflückt. Blumen sind wunderschön und duftend. Deshalb möchte ich die Hand ausstrecken, es haben und mehr sammeln. Aber wenn man sich mit dem Blumenpflücken beschäftigt, verliert man leicht den Überblick darüber, wo man steht, wie viel Zeit vergangen ist und wohin das Leben geht.
Das Problem ist nicht der Wunsch selbst, sondern der Bewusstseinsverlust durch das Befolgen des Wunsches. Das Gleiche gilt für Ängste. Ganz ohne Angst kann man nicht leben. Es gibt immer Arbeit zu erledigen und Beziehungen und Verantwortlichkeiten zu klären. Wichtig ist, dass Sie erkennen, dass Sie Sorgen haben, und dass diese nicht Ihren gesamten Geist beherrschen.
Praxis gibt es nicht nur an guten Orten. Sie können von Orten lernen, an denen Wünsche aufkommen, und Sie können den Charakter Ihres Herzens sogar dort erkennen, wo Sorgen aufkommen. Studieren bedeutet, zu erkennen, wenn ein Wunsch aufkommt: „Ich habe wieder einen Wunsch“, und wenn Sorgen auftauchen, zurückzublicken und zu denken: „Mein Geist rennt nach vorne.“
Das Leben ist kurz und das bedeutet nicht, dass Sie Angst haben sollten. Vielmehr bedeutet es, zur Besinnung zu kommen. Das bedeutet, dass Sie Ihren Wünschen nachgehen sollten, als ob Sie Blumen pflücken würden, und dass Sie das heutige Leben nicht aus den Augen verlieren sollten, indem Sie Sorgen anhäufen, als ob Sie tausend Jahre leben würden. Sich dieses Geistes jetzt bewusst zu sein, ruhig zu tun, was getan werden muss, aber seinen ganzen Geist nicht den Wünschen und Sorgen zu widmen, ist ein erwachtes Leben.
Das Leben ist so kurz wie der Morgentau, aber unsere Herzen leben, als ob sie tausend Jahre voller Sorgen tragen würden. Das Verlangen zieht uns an wie eine Blume, aber wenn wir uns dieses Herzens bewusst werden, können wir lernen, auch inmitten von Wünschen und Sorgen ein waches Leben zu führen.