Praxis, die Worte verringert und den Geist erhellt
Worte zeigen den Geist eines Menschen. Doch viele Worte bedeuten nicht unbedingt, dass sie wahr sind. Vielmehr können sich, je mehr Worte werden, umso leichter Unruhe, Übertreibung und unnötige Ausdrücke beimischen.
Ein Praktizierender muss zuerst prüfen, woher die Worte kommen, und nicht, wie viele es sind. Wir müssen zurückschauen und uns fragen, ob die Worte Unruhe verdecken wollen, ob sie die andere Person besiegen wollen, oder ob sie aus einem mitfühlenden Geist kommen.
Rechte Rede bedeutet nicht nur Schweigen. Wenn Worte nötig sind, sollten wir klar sprechen, aber die Worte sollten Leben geben und helfen, statt zu verletzen oder zu trennen. Worte sind nur ein Finger, der auf die Wahrheit zeigt; deshalb sollten wir nicht beim Finger allein bleiben, sondern den Mond des Geistes sehen, auf den die Worte hinweisen.
Worauf es in dieser Lehre ankommt, ist nicht, den Geist zu verschönern oder ihn auf einmal ändern zu wollen. Zuerst bemerken wir, wo der Geist gerade festhängt, und wählen von dort aus einen Schritt in eine aufrichtigere Richtung. Praxis ist kein besonderes Ereignis in weiter Ferne; sie zeigt sich in den Gesichtsausdrücken, Worten, Urteilen und Rücksichten des Tages.
Viele Worte machen etwas nicht wahr. Ein mitfühlendes Wort erhellt den Tag. Möge diese Lehre auch heute zu einer kleinen Wahl im täglichen Leben werden und den Geist erhellen.